Daß C. W. Cerams „Götter, Gräber und Gelehrte“ soeben bei Rowohlt, Hamburg und Stuttgart, erschienen ist, brauchte an dieser Stelle eigentlich nur angekündigt zu werden, denn die „Zeit“ war es ja, die im voraus große Teile dieses Werkes veröffentlicht hat. Nun bestätigt uns das umfangreiche, prachtvoll ausgestattete Buch noch einmal, was uns schon vor einigen Monaten so sehr daran fasziniert hat: dieser „Roman der Archäologie“ ist der vollendet gelungene Versuch, die sogenannte „trockene Wissenschaft“ mit blutvollem Leben zu erfüllen. Nun wissen wir neu: Forschung ist Abenteuer des Geistes, und es gibt nichts, was spannender wäre. Ceram, der sich als glänzender Stilist ausweist, hat – gemessen an anderen Autoren, die auf anderen Wissensgebieten ähnliche Experimente unternahmen – sehr hoch gespielt. Denn bei aller Frische seiner Darstellung verschmähte er jegliche Zutat gefälliger Phantasie, er hielt sich an Daten und Fakten, er gruppierte die Schilderungen der großen archäologischen Taten wie ein Dramatiker seine Szenen. Und auf diese Weise reißt Ceram Einblicke durch die Geschichte der Jahrtausende auf, und eine tief schichtige Welt tut sich auf, Wahrheiten voller Wunder. – Archäologen von Rang und Geltung haben dem so sehr geglückten Versuch Cerams bereits Dank und Anerkennung zu sagen gewußt. Vorauszusagen, daß „Götter, Gräber und Gelehrte“ das gewichtige Geschenk auf der Bücher-Wunschliste allgemein, interessierter Leser sein werde, dazu bedarf es keiner Prophetie.