Auf den Heidelberger Lehrstuhl, den bisher Alfred Weber innehatte, ist jetzt vor einigen Monaten, Alexander Rüstow berufen worden. Er lehrte bisher an der Universität Istanbul als einer der „Emigrantenprofessoren“, denen die Türkei nach 1933 – was wir alle dankbar anerkennen wollen – Zuflucht und Schaffensmöglichkeit gewährt hat. Rüstow hat die Zeit dort gut genutzt, um in Studien, deren Rahmen er sich sehr weit und über den eigentlichen Bereich der Wirtschaftswissenschaften hinaus gesteckt hat, eine Reihe von Vorfragen zu klären. Nun geht er daran, die auf den verschiedensten Teilgebieten entwickelten Einsichten zusammenfassend, sein eigentliches Anliegen vorzutragen. Dazu gehört, neben einem mehr geschichtsphilosophisch fundierten großen soziologischen Werk, über das „Die Zeit“ noch zu berichten haben wird, eine wirtschaftspolitische Programmschrift, die wir hier im folgenden mehr „ansprechen“ als „besprechen“ können.