Schauspiel Laverys erstaufgeführt

Pforzheim, im November

Des Amerikaners Emmet Lavery Schauspiele „Die erste Legion“ und „Monsignores große Stunde“ wurden und werden in Deutschland viel gegeben. Jetzt brachte das Stadttheater Pforzheim „Frater Petrocs Wiederkehr“ als europäische Erstaufführung. Es kommt wie die anderen Dramen Laverys aus der kirchlichen Welt, und wiederum geht es in ihm um Fragen des Glaubens.

Nach einem kurzen, der Historie verpflichteten Vorspiel geschieht zu Beginn des ersten Aktes bei offenem Vorhang ein Wunder. Der im Jahre 1549 von seinen flüchtenden Brüdern in der Benediktinerabtei St. Brioc in Cornwall als tot beigesetzte Frater Petroc erwacht bei einer 1940 vorgenommenen Umbettung aus seiner jahrhundertelangen Bewußtlosigkeit. Das Thema des Stückes ist dann die in dem Erwachten, selbst sich vollziehende Auseinandersetzung zwischen der aus seiner Erinnerung aufsteigenden mittelalterlichen Welt des Glaubens und der von „Vernunft“ und „Fortschritt“ regierten unseres Jahrhunderts. Dieser Gegensatz spiegelt sich aber auch in den verschiedenen Individualitäten der Benediktinerpatres und anderer kirchlicher Würdenträger, bisweilen sehr unbekümmert vereinfacht. Lavery gelingt es jedenfalls, seine zweifellos erregende Problemstellung in ausgesprochen chatralische Wirkung umzusetzen, die auch vor landfest kolportagehaften Mitteln nicht zurückscheut. In der eigentlichen, der geistigen Auseinandersetzung jedoch biegt der Autor an den entscheidenden Punkten immer wieder ab.