Auf den Philippinen haben Wahlen stattgefunden, Präsident Quirino wurde in seinem Amt bestätigt. Während der Wahlhandlungen kann es zu blutigen Zwischenfällen. Vorher waren bereits 5000 Personen mit „dissidenten“ Anschauungen verhaftet worden. Seit dem Kriege ist das Land nicht zur Ruhe gekommen, aus Ursachen, die weit in die Vergangenheit zurückreichen.

Die Bevölkerung der Inseln zerfällt in unzählige Gruppen, von denen sich, sprachlich gesehen, sogar bis heute neun verschiedene erhalten haben. Noch heute leben in der unmittelbaren Nähe der Hauptstadt Manila in unzugänglichen Waldgebieten die primitiven und scheuen Negritos. Im Norden der Insel Luzon aber haben sich die Bauern erhalten, die von alters her Reis auf terrassierten Feldern mit komplizierten Bewässerungsanlagen bauen. Im Süden der Inselgruppe leben sogar noch mohammedanische Stämme. Im übrigen aber wurde das ganze Gebiet seit der Christianisierung durch die Spanier mit einer Schicht spanischer Kolonialkultur überzogen, die in Ostasien einzig dasteht und ihresgleichen nur in Südamerika findet. Auch die eingeborenen Sprachen wurden nach und nach zurückged-ängt, und Spanisch trat an ihre Stelle. Bis nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg die Insel 1898 in amerikanische Hände überging.