Schmerz und wehmütige Klage gehören zum Dichterhandwerk. Früher waren es vornehmlich die Schluchten und Untiefen der menschlichen Seele, die mit goldenen Dichterworten ausgefüllt wurden, und das Volk ging hin und kaufte die Werke und beweinte sie.

Heute haben sich die Dichter in die Niederungen begeben, um der Menschheit nahe zu sein. Schon im letzten unseligen Krieg hat das – mit Verlaub – gesunde Volksempfinden in allen Ländern und Lagern die Dichter an die Fronten befohlen, damit sie dort, das allgemeine Stahlbad miterlebend, auf den blutschaumigen Wellen umhertrieben und dabei von der Würde des Sterbens sängen. Sie hatten damit, niemand kann das bestreiten, schönen Erfolg. Aber auch in Friedenszeiten können sie durchaus der gröberen Materie verhaftet bleiben, ohne dadurch den Schmelz ihrer Formulierungen und die Feinheit der Ideen einzubüßen. Der gute und nützliche Gedanke, den hastenden Großstadtmenschen mit dem ständig fortschreitenden Fortschritt auf Rädern zu versöhnen und ihm dabei in heiterer Form die Gefahren der technischen Entwicklung klarzumachen, hat in Hamburg in einer Verkehrserziehungswoche zu einer Überschwemmung mit Poesie; geführt. Sie beweist, daß sich hinter der barschen Polizeiuniform – Uniformen sind immer barsch, denn sie bekleiden ein Kollektiv, und ein Kollektiv kann nicht sanft sein – ein freundliches Gemüt verbirgt, das nicht gewisser Anmut enträt. Gibt es ein schöneres Beispiel für das Verständnis, mit dem von hoher Polizeiwarte aus das praktische Leben angestrahlt wird, als der Vers: