Am 19. Oktober beendeten die alliierten Gerichtshöfe die lange Reihe der Kriegsverbrecher-Prozesse in Japan mit der Verurteilung des ehemaligen japanischen Heeresangehörigen Osama Satano zu fünf Jahren Gefängnis wegen einer von seinem Vorgesetzten befohlenen Beteiligung an der Hinrichtung eines gefangenen amerikanischen Fliegers. Insgesamt wurden 4200 Angeklagte für schuldig befunden, von denen 720 zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden.

Während in Tokio noch die letzten Verhandlungen gegen "Kriegsverbrecher" geführt wurden, erschien in den Vereinigten Staaten ein Buch mit dem Titel "Der Fall des Generals Yamashita" im Verlage The University of Chicago Press, Chicago 1949, in welchem der erste von allen Kriegsverbrecher-Prozessen geschildert und einer vernichtenden Kritik unterzogen wird. Der Verfasser ist A. Fank Reel, Mitglied des Obersten Bundesgerichtes der Vereinigten Staaten, der seinerzeit als captain Reel dem General Yamashita als Offizialverteidiger zur Seite stand. Reel hat nicht nur den Prozeß selbst in allen seinen Phasen, vom Beginn am 8. Oktober 1945 bis zur Urteilsverkündung am 7. Dezember 1945, dem Jahrestag von Pearl Harbour, miterlebt, ihm standen auch die Akten des Obersten Bundesgerichts in Washington, das sich mit dem Appell der Verteidigung zu einer Aufhebung, oder Milderung des Urteils befaßt hatte, zur Verfügung. Zwei von den damaligen Mitgliedern des höchsten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten, die Richter Rutledge und Murphey, haben, sich der Bestätigung des Urteils "Tod durch den Strang" nicht angeschlossen und die rechtlich einzig mögliche Ansicht vertreten, daß nur eine persönliche Schuld, die dem General Yamashita aber nicht nachgewiesen werden konnte, bestraft werden dürfe. In den Morgenstunden des 23. Februar 1946 wurde der ehemalige Oberbefehlshaber der XIV. japanischen Armee gehängt.