Von unserem südamerikanischen Sonderkorrespondenten Ernst Sambaber

Es liegt nahe, die Regierung des Präsidenten Perón in Argentinien als totalitär oder faschistisch zu bezeichnen. Aber europäische Vorstellungen auf südamerikanische Verhältnisse angewandt ergeben häufig ein schiefes Bild. Schon eine Tatsache zeigt, daß diese Begriffe nicht im herkömmlichen Sinne verwandt werden dürfen: In Argentinien wird gestreikt. Eine Streikwelle geht durch das ganze Land, die sogar die staatlichen Betriebe erfaßt hat. Die Verfassung, die auch die Peronistische Partei respektiert, sichert dem argentinischen Arbeiter das Streikrecht, und so ist er auch heute noch in der Lage, seine Rechte und Ansprüche durch Streiks zu verfechten.