Von Erwin Topf

Gute Nachricht für den Sparer: eine Aufwertung der Reichsmark-Guthaben ist in Sicht. Der Sparer soll also, wie es zum 20. Juni 1948 ursprünglich vorgesehen war, für je 100 Reichsmark volle 10 D-Mark gutgeschrieben erhalten, anstatt der 6,50 D-Mark, die ihm durch eine Entscheidung der Besatzungsmächte vom Oktober letzten Jahres zugesprochen waren. Auch an eine entsprechende Aufwertungsregelung bei Rentenwerten, also festverzinslichen Wertpapieren, ist gedacht.

Noch ein weiteres Unrecht will man dabei revidieren: nämlich die Anrechnung der Kopfquote, die bei und nach der Geldreform im letzten Sommer ausgezahlt worden ist, auf die damals vorhandenen Spar- oder Bankeinlagen. Wer keine Guthaben anzumelden hatte, bekam ja damals jene 60 D-Mark Kopfgeld im Austausch gegen die gleiche Summe in Reichsmark; die Guthaben aber wurden jeweils um den zehnfachen Reichsmarkbetrag der in D-Mark gezahlten Kopfquoten gekürzt. Nun soll nachträglich ein Ausgleich erfolgen durch Gutschriften, mit denen also die damals gestrichenen Beträge Wiederaufleben. Es mag sich für diesen Teil der Wiedergutmachung eines bei der Währungesumstellung verschuldeten Unrechts – für das übrigens deutsche "Sachverständige" verantwortlich gewesen sind und nicht der mittlerweile schon legendär gewordene Mr Tennenbaum – um den Betrag von etwa 400 Will DM handeln. Insgesamt würden bei einer Aufwertung, die sich in dem hier angegebenen Rahmen hält, also für reine Spargelder das zunächst verkündete Umstellungsverhalrnis "zehn Reichsmark gleich eine D-Mark wiederherstellt, zwischen zwei und drei Milliarden an neuem Geld geschaffen werden.