Simone de Beauvoir, des berühmten Sartre Kameradin im Leben, in der Philosophie und Literatur, ihres Zeichens Philosophie-Professorin in Paris, hat als Schriftstellerin Erfolge aufzuweisen. Von ihrem ersten Roman, "L’Invitée", wurden 1943 in einem halben Jahre 22 000 Exemplare verkauft. "Le Sang", "Le Deuxième Sexe" hießen andere ihrer vielgelesenen Bücher, denen 1945 im Theatre des Carrefours das erste Schauspiel folgte. Als "Die unnützen Manier" fand es jetzt an den Städtischen Bühnen in München-Gladbach und Rheydt seine deutsche Erstaufführung. Simone de Beauvoir fügt dem männlichen Existentialismus Sartres die weibliche Komponente hinzu. Steckt aber in Sartre neben dem Philosophen ein Dramatiker, der seine Ideen in Menschengestalten Leib werden läßt, so bleiben die dramatis personae seiner Gefährtin lediglich Schemen, die anstatt von Fleisch und Blut mit Gedanken drapiert sind. Gleichwohl verdient diese Frau, gehört zu werden, weil sie manch landläufige Vorstellung vom Existentialismus korrigiert.