Die Mineralölwirtschaft ist, abgesehen von der Ernährungswirtschaft, gegenwärtig der einzige größere Zweig der deutschen Wirtschaft, der in erheblichem Umfang noch Bewirtschaftungsmaßnahmen unterliegt. Unter den gewichtigen Gründen, die bisher der Aufhebung der Zwangsbewirtschaftung entgegenstanden, spielt die Tatsache eine entscheidende Rolle, daß es erst jetzt gelungen ist, einen praktisch gangbaren Weg zu finden, bei dem schwere Schäden für alle Beteiligten vermieden werden können. Die öffentliche Diskussion, die kürzlich über die Finanzgebarung der Zentralbüro für Mineralöl G. m. b. H. geführt wurde, hat mit erschreckender Deutlichkeit erkennen lassen, zu welcher Verkrampfung die Zwangsbewirtschaftung auf dem Mineralölgebiet geführt hat. Dem Zentralbüro für Mineralöl wurde auf der Grundlage eines starren Preissystems die Durchführung staatlicher Subventionsaufgaben der verschiedensten Art übertragen. Durch den Verzicht auf die Erhebung des vollen Mineralölzolles und durch die Verquickung mit Subventionsaufgaben ist die Preisbildung so undurchsichtig geworden, daß mit Recht der Haushaltsausschuß des Wirtschaftsrates eine Überprüfung forderte, wobei allerdings seine Kritik an der Finanzgebarung des Zentralbüros an die falsche Adresse gerichtet war. Es wäre völlig verfehlt, überhaupt die Schuldfrage zu stellen, da die Ursache für die nunmehr unhaltbar gewordene Situation nicht bei dieser oder jener Behörde oder Einrichtung, sondern im System der Zwangswirtschaft liegt.