Der Präsident der Deutschen Bundesrepublik mußte zur Reise nach Berlin ein Flugzeug benutzen. Er konnte nicht vom Rhein nach der deutschen Hauptstadt im Wagen oder mit der Eisenbahn fahren, ohne sich einer Paßkontrolle durch die Ostzonenpolizei auszusetzen, wobei ihm die Weiterfahrt möglicherweise hätte verweigert werden können. Es gibt in Berlin einige, die es lieber gesehen hätten, wenn der Bundespräsident der Gefahr getrotzt und dadurch seine Nichtachtung gegenüber dem Sowjetzonenstaat demonstrativ zum Ausdruck gebracht hätte. Die so denken, beachten nicht, daß das frei gewählte und daher rechtmäßige deutsche Staatsoberhaupt sich nicht einer Paßkontrolle unterziehen kann, ohne die Regierung, die dies veranlaßt, gleichfalls als rechtmäßig – de jure also – anzuerkennen. Dies nun wollte der Bundespräsident unter keinen Umständen; anerkannt hat er nur eine Tatsache, die nämlich, daß er durch Gewalt in seiner Bewegungsfreiheit innerhalb Deutschlands gehindert wird. Das Faktum Ostregierung hat er also zur Kenntnis nehmen müssen.