Von Jan Molitor

Das "Wilde Lager" unweit der Flüchtlingsbaracken von Uelzen, in dem mehr als hundert "nichtregistrierte Personen" hausten und das in den letzten Wochen viel Aufsehen erregt hat, ist aufgelöst worden. Die Insassen wurden vorläufig in einer Baracke untergebracht. Ein Stein des Anstoßes wurde beseitigt Doch die Not der Illegalen bleibt...

"Gesprengt... niedergebrannt..." So starke Ausdrücke gebrauchte eine Frau, die auf der Straße von Uelzen nach dem Weg zum "Wilden Lager" gefragt wurde, und fügte hinzu: "Auf Befehl der Bundesregierung!" Oh, die Gerüchte reiten schnell... Als wir an Ort und Stelle waren, erklärte ein dort postierter Polizeibeamter: "Wir haben das ‚Wilde Lager‘ ausgehoben." Aber von Sprengung und Niederbrennung war keine Rede. Auch hatte nicht die Bundesregierung in Bonn, sondern das Flüchtlingsministerium in Hannover angeordnet, den Stein des Anstoßes zu beseitigen. "Mit vollem Recht", betonte der Polizeimann. Selbst die Insassen des "Wilden Lagers" hatten nichts dagegen. Nun saßen sie nicht mehr außerhalb des großen "Auffanglagers", sondern innerhalb der Umzäunung, in Baracke 31.