Schon die Sprache rauscht in jenem mythischen Rhythmus, wie ihn bärtige Männer lieben: "Aus den Fluten der Nordsee soll sich, gehauen aus, dem Urgestein des Granits, ein Mal erheben..." liest man also diesen Prospekt an, der derzeit umläuft, tippt man zunächst auf Wotan, dessen Mal sich da erheben soll. Nicht doch – Christus soll es sein! Und die Anreger des geplanten Males sind "der tiefen Überzeugung, daß in der Gestalt des segnenden, mahnenden, versöhnenden Christus an der deutschen Nordseeküste eine kulturelle, religiöse Idee unserer Zeit ihren geistesgeschichtlichen, in die Zukunft hineinragenden wenn es dieser Ausdruck denn unbedingt sein muß. Aber eine kulturelle Idee? Mitnichten, denn eine kulturelle Idee verlangt künstlerische Verwirklichung. Und seitdem Abbildungen des Entwurfes zum geplanten "Fels in der Brandung" veröffentlicht wurden (so in der "Zeit" schon am 31. März 1949), sollte man’s wissen: was da "aus dem Urgestein des Granits" gehauen werden soll, ist Kitsch.