Im Jahre 1944, als die Bomberflotten über Deutschland wie Gewitterwolken standen und die russischen Armeen wie ungeheure Greifzangen die Weichsellinie überschritten, überkam es den Dichter Döblin in Kalifornien, nachdem er in Frankreich den Schergen wie durch höhere Fügung entronnen war, es drängte ihn zum ersten Satz: "... und dann konnte man wieder in einer Stube sitzen, und die Luft war wieder rein und niemand störte einen." Aber der erste Satz ist wie das Thema einer hymnischen Sinfonie, die Themen-Aber Themen aus ihrem Schoß entläßt und in der garten, kalten, militärischstraffen Figur des Obersten das Gegenthema fugiert. Döblin hat einst im "Alexanderplatz" die Stadt Berlin wie in einem einzigen, unvergeßlichen Gespräch zusammengeschaut. Er hat in seinen anderen, manchmal schwer lesbaren Monumentalromanen sein Universum aufgerichtet: Die "Drei" Sprünge des Wang-lun" ist jetzt im Verlag Keppler, Baden-Baden, wieder auferstanden, wie ein Schatten aus dem längst verklungenen literarischen Berlin, zu dem sein Name wie der Tucholskys und Mehrings, ja. so vieler anderer gehört: sie alle in die Welt verstreut, zeugend und richtend wider das Grauen, das ihrer leidenschaftlichen Mahnung recht gegeben hat. Döblin ist darüber gläubig geworden, Er hat es in einem tiefsinnigen Religionsgespräch niedergelegt, das jetzt bei Karl Alber in Freiburg Im Breisgau erschienen ist. Das ist Sokrates, der In den Trümmern predigt.