Wer sich des Dichters Berufung recht auf Raimundsche Weise vorstellt, nämlich daß über den holden lockigen Schläfer sich eine Fee oder Muse neigt, um ihn zu "küssen", worauf der also Begnadete beim Erwachen flugs zur Feder greift und es hinfort aus ihm "dichtet", so etwa, wie es aus einer Wolke regnet, – nun, wer sich Dichters Berufung so vorstellt, der hat jedenfalls in bezüg auf die Berufung Ferdinand Raimunds zum Theaterdichter gänzlich danebengetroffen. Es ist verbürgt, daß er aus lauter Grantigkeit zum Dichten kam. Die andern machten es ihm nicht recht. So entschloß sich der Mann vom Fach, der Schauspieler Raimund, endlich, es besser zu machen. Der Erstling dieser praktischen Bemühung und zugleich der Ahn einer kostbaren Reihe von Zauberpossen und Feenstücken, heißt "Der Barometermacher auf der Zauberinsel". Dem Erfolg, den diese Zauberposse mit Gesang und Tanz (in zwei Aufzügen) bei der Wiener. Uraufführung vor hundertdreiundzwanzig Jahren fand, ihm also verdanken wir den "Verschwender" und "Alpenkönig und Menschenfeind". Wäre der "Barometermacher" durchgefallen, dann hätte der ohnedies schwermütige Raimund sich gewiß begnügt, weiterhin nur zu spielen, was andere Leute produziert hätten, und sich selber nie für einen Dichter erkannt.