Das Leben ist heute so mühevoll in Deutschland, und die Einschränkungen, unter denen wir leiden, sind ganz allgemein so schwer, daß wir uns nur selten noch bewußt werden, wie tief auch auf dem Gebiete des Geistes und der Kunst unsere Erwartungen und unsere Bemühungen unter das Niveau gesunken sind, das wir vor 1933 für selbstverständlich gehalten haben. Dadurch, daß viele Schaffende gezwungen waren, Deutschland zu verlassen, sind, nicht nur Lücken entstanden; den Zurückbleibenden fehlte auch der lebendige Kontakt, fehlten Anregung, die ihnen geholfen hätte, und Widerspruch, an dem sie sich hätten entwickeln können. Wir sind allmählich gewohnt, dies lethargisch hinzunehmen und uns mit unserem Zustand abzufinden, aber sehen wir hin und wieder eine Ausstellung von einem Künstler, der zwölf Jahre lang in Deutschland verfemt war, so wird uns zu unserem Schrecken klar, wie groß der Verlust eigentlich ist, den wir erlitten haben.