In die allgemeine Verdüsterung des politischen Horizonts hat sich nun ein Lichtstrahl aus dem Ausland gemischt Wir erblicken ihn in der Betrauung des ehemaligen Präsidenten Herbert Hoover mit der Aufsicht über die Lebensmittelversorgung der britisch-amerikanischen Besatzungszone Deutschlands durch Präsident Truman. Eine glücklichere Wahl läßt sich nicht vorstellen. Vom deutschen Standpunkt aus gibt es keine ausländische Persönlichkeit, die auf ein – so uneingeschränktes Vertrauen bei der gesamten Bevölkerung rechnen könnte. Hoover ist es unvergessen, daß er, wann immer er mit Deutschland in Berührung kam, stets Hilfe brachte, Hilfe gegen Hunger, Verelendung und Zusammenbruch, daß er nach dem ersten Weltkrieg mit dem Hoover-Moratorium für die Reparationen die deutsche Wirtschaft vor dem Erliegen rettete, wie er zuvor Hunderttausende durch seine Lebensmittelhilfe vor dem Verhungern gerettet hatte. Von der staatsmännischen Weisheit des Moskauer Ergebnisses, genau gesagt davon, ob man tatsächlich Deutschland seine landwirtschaftlichen Überschußgebiete im Osten fortzunehmen beschließen wird, wird es abhängen, ob Hoovers Aufgabe zur unlösbaren Quadratur des Kreises wird, wenn er sie unter dem Aspekt der deutschen Selbsternährungsfähigkeit und der "Entlastung des amerikanischen Steuerzahlers" auffaßt, oder ob er vor dem Faß der Danaiden stehen wird, wenn er sie unter dem alleinigen, resignierten Gesichtspunkt einer deutschen Ernährung aus Übersee betrachten muß.