Die im französischen Sektor Berlins, in Tegel, liegenden Werke der Rheinmetall-Borsig-AG. haben seit dem Tage der Kapitulation ein wechselvolles Schicksal erfahren. Es war ein Dunkel, an dem der frühere Magistrat der Stadt Berlin ein gerütteltes Maß von Schuld trägt. Schließlich folgte die überraschende Besetzung der Werke durch französisches Militär. So wurde dem langen Hin und Her ein vorläufiges Ende gemacht.

Seit einigen Wochen wird nun in Berlin zum Fall Borsig geschwiegen. Es wird weiter gearbeitet, nachdem die französische Besetzung vom 11. November 1946 an Aktualität verloren und dafür an innerer Bedeutung gewonnen hat. Die Kontrollmaßnahmen beziehen sich, wie bekannt wurde, auf Menschen, Sachwerte und Akten. Die Arbeiter wurden an dem schwerwiegenden Sonntag durchsucht, durften den Betrieb nur auf erlaubten Wegen verlassen, die Tore wurden streng bewacht, und französische Offiziere erschienen, um die abberufenen deutschen Treuhänder zu ersetzen. Die verbleibenden Direktoren und Geschäftsführer hatten die Verwaltung von Gesellschafts vermögen gemäß Gesetz 52 sofort einzustellen. Die erfolgten französischen Erklärungen besagten zu wenig, um beruhigend zu wirken.