In Köln (Gabrie Rusche) wird zum 60. Geburtstag des Bildhauers Ewald Mataré eine Ausstellung seiner Werke veranstaltet.

Der Bildhauer Ewald Mataré steht in der modernen deutschen Bildhauerei auf der am weitesten vorgeschobenen geistigen Position. Er erscheint wie einer, der über einem breiten Strom auf einer steilen Klippe steht und mit der unbeteiligten Gelassenheit eines "Wilden" beobachtet, wie das Schifflein der europäischen Zivilisaton auf dem Strom menschlichen Beharrens tiefen Abstürzen zutreibt, die er, der Wilde, in der Ferne schon sieht, die den Fahrgästen – im Schiff aber noch gänzlich verborgen sind. Der Wilde sieht nicht nur den sicheren jähen Sturz, sein empfindlicher Instinkt fühlt auch, daß das ganze Flußbett einfach nicht mehr trägt und durch Ereignisse im Untergrund tellurischer Schichten weithin schon unterwühlt ist. Das Schiffchen aber treibt dahin mit Kling-Klang und Gloria und hatte auf der vorletzten Station sogar Fähnchen aus "Kraft durch Freude" gesetzt ...