Unter dem Beifall einer großen Menschenmenge, die zur Begrüßung erschienen war, ist dieser Tage der neue Botschafter Argentiniens für Spanien, Dr. Pedro Radio, in Barcelona an Land gegangen. Das Publikum, das demonstrativ klatschte, war sich bewußt, sozusagen den diplomatischen Blockadebrecher durch eine unfreundliche Umwelt zu begrüßen. Die Ankunft dieses Diplomaten machte es klar, daß die Wege der UNO, die soeben ihren Mitgliedern den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Franco-Spanien empfohlen hatte, nicht die Perons zu sein brauchten und es offenbar auch nicht waren, – wodurch sich sein moralisches Debet in den Augen aller derer erhöhen mag, die ihm seine demonstrative Lauheit in der Verwirklichung der interamerikanischen Beschlüsse von Chapultepec ohnehin schon als ein Löcken wider den Stachel anrechnen. Daß dieser Vorwurf seit dem Sommer offenbar seine Aktualität nicht verloren hat, besagt die Abschiedserklätung, die der USA-Außenminister Byrnes unmittelbar des seinem Scheiden gegeben hat Alle Beamte des State-Departments, so hieß es darin, seien sich, einschließlich des USA-Botschafters in Buenos Aires, Messersmith, darin einig, daß Argentinien nicht interamerikanischen Verpflichtungen bisher nicht erfüllt habe.