Mein Spiegel, silbergerahmt, in reiner Schwingung, zeigt heute ein strenges Gesicht, streng und unnahbar, obgleich er doch allem Sichtbaren ohne Unterscheidung Einlaß gewährt mit dem rätselhaft starren Lächeln einer Liebesgöttin, die nicht verrät, was sie empfindet, Lust oder Langeweile.

Dieser Spiegel, eines der seltenen, aus einstigem Schloß in die neue Zufluchtsstätte des Forsthauses geretteten Stücke, gehört der Vergangenheit an. Er ist Schloß en miniature wie das Zimmer selbst, das, licht gestrichen, alles Dumpfe, Beengende verloren hat. Mit schwingender Heiterkeit wirft es die gespiegelte Sonne des Waldsees, an dessen Ufer das Haus liegt, zurück. Am Mittag. zittert jede kleinste Welle an der Decke. Die Wände sind von jenem fast weißen Gelb, das wir in Ermangelung eines deutschen Wortes "beige" nennen. "Elfenbein" wäre zu hart und glanzvoll für diese bei aller Helligkeit so satte Tönung.