Von Oda Schaefer

Mir träumte, daß ich von Seifenblasen schrieb. Zugleich sah ich sie vor mir, wie sie sich zögernd lösten und gläsern, von rosa und grünem Hauch wechselnd überspielt, in die Höhe schwebten, wo sie in einer tiefen Dunkelheit zergingen. Aus dem Nichts kommend, im Nichts verschwindend, ein Spiel mit magischen Kugeln, deren Schwerelosigkeit und ätherische Beschaffenheit es ihnen verbietet, auf die Erde zu fallen und dort weiter zu rollen ... Hatte ich im Traum nicht auch das Wort "Erde" niedergeschrieben? Zwei Kugelgestalten und doch einander so unähnlich, obwohl die eine trotz ihrer dichten Materie ebenso leicht und mühelos durch den Raum schwebt wie die andere; aber wenn sie auch nicht fällt, so steigt sie auch nicht, sondern bewegt sich nach ihrem innewohnenden strengen Gesetz in rasender Eile vorwärts, einem unbekannten Ziel entgegen, anderen Räumen, die sich in dem Maß entfernen, wie sie sich nähert. Dieses enorme Spiel der Erde hat Ähnlichkeit mit der Anziehungskraft, die einen unglücklich Liebenden, zur Ruhelosigkeit verdammt.