Von Bernhard Weinstein

Einmal Saarlouis und zurück!" Die Verkäuferin im ausgebombten Trierer Bahnhof reicht ohne weiteres die Karten. "Welche Formalitäten gibt es an der Grenze?" – Sie ist in diesen ersten Januartagen so oft danach gefragt worden, daß sie mechanisch ihre Auskunft in wohlfundierten Sätzen hervorsprudeln läßt: "Die Paßfrage ist bis zum 15. Januar hinausgeschoben. Eine weitere Verlängerung bis zum 15. Februar ist zu erwarten. Zur Einreise in das Saargebiet brauchen Sie einen Registrierschein der französischen Zone oder einen ‚Laissez-Passer‘, wenn Sie aus einer anderen Zone kommen. An Geld dürfen Sie zehn Mark mitnehmen, und auf dem Rückweg müssen Sie sich an den Übergangsstellen einer Gepäckkontrolle auf Lebensmittel unterziehen."