Zu dem Aufsatz von Dr. Kiesselbach „Überprüfung der Testamente“ möchte ich folgendes anführen:

Bereits nach dem ersten Weltkrieg war die Erbschaftssteuerfreiheit der Eheleute durch das Erbschaftssteuergesetz vom 20. September 1919 bis zum Erlaß des Gesetzes vom 22. August 1925 aufgehoben. Ebenso wie jetzt fanden Erörterungen über die zweckmäßige Gestaltung letztwilliger Verfügungen im Hinblick auf die Erbschaftssteuer statt. Auch die Einführung der allgemeinen Gütergemeinschaft wurde erwogen. Hierbei erhob sich aber die Frage, ob in der Einführung der Gütergemeinschaft nicht in Höhe des Unterschieds der beiderseitigen Vermögen eine steuerpflichtige Schenkung enthalten sei. Ein Erlaß des Reichsfinanzministers, vom 9. Dezember 1920 bejahte diese Frage, wenn der vermögende Ehegatte sich des Eintritts der Bereicherung des andern Ehegatten bewußt war, was bis zum Beweis des Gegenteils zu unterstellen sei.