Von Ivo Hauptmann

Der Kunstverein in Hamburg eröffnete in den Räumen von Bock eine Ausstellung von graphischen Arbeiten Edvard Munchs.

Im Sommer des Jahres 1905 tauchte ein fremder Mann in Weimar auf. Es war die Zeit, da Henry van de Velde gerade die Kunstgewerbeschule gegründet hatte und da Graf Keller Museumsdirektor war. Die braven Bürger Weimars erregten sich über den nackten Jüngling von Auguste Rodin. der im Freien aufgestellt worden war. Ja. das waren noch Zeiten! Kein Wunder. daß auch der fremde Mann Aufsehen erregte! Er war Nordländer. er war groß, sein Kinn war stark, seine Augen blau: es war der Maler Edvard Manch. Er war ein schöner, aristokratischer Mann, so daß sogar die Hofgesellschaft von ihm sprach, obgleich seine Kunst nicht dazu angetan war, in diesen Kreisen erwähnt zu werden.