Vor Jahren, als ich auf Urlaub war, erzählte mirein Hamburger Antiquar, daß er die Freude gehabt habe, einen Brief von Hermann Hesse einzusehen. Der Dichter habe darin berichtet, daß er seit 14 Tagen mit der Überarbeitung eines einzigen Gedichts beschäftigt sei und daß ihn diese stille Arbeit, so sehr sie den sogenannten brennenden Problemen der Zeit zu widersprechen scheine, gut und wichtig dünke. Inmitten einer Welt von Haß war er seiner stillen Arbeit treu geblieben, ein ernster und behutsamer Mann, der sich das Werk angelegen sein ließ, nicht den Ruhm und die noch fragwürdigere Berühmtheit.