Von Paul Fechter

Am 12. Juli 1944. acht Tage vor dem 20. Juli, hielt Werner Heisenberg vor der Berliner Mittwochgesellschaft in der 1055 Sitzung dieser Vereinigung einen Vortrag über das Thema „Was sind die Sterne?“. Es war die vorletzte Zusammenkunft des kleinen Kreises, der fast durch ein Jahrhundert bestanden hatte, ihm gehörten zuletzt neben Oncken, Penck, Spranger, Wilcken und Diels Männer wie Ludwig Beck, Ulrich von Hassell, Jens Jessen und Cannes Popitz an, deren Namen der Mittwochgesellschaft zur wohlerworbenen geistigkulturellen die bleibende politisch-geschichtliche Würde geben sollten. Das letzte Treffen fand am 26. Juli statt. in der Zwischenzeit war – um das Wort eines Gestapokommissars zu gebrauchen, das der Dr. Reuter in seiner Broschüre über den 20. Juli zitiert – die Mittwochgesellschaft für das Dritte Reich aus einem Gelehrtentreffen ein Klub von Hochverrätern geworden. Eine Fügung von fast metaphysischem Sinn aber war es, die unmittelbar vor das historische Datum des 20. Juli den Vortrag Heisenbergs rückte. Heisenberg gab am Bilde einer astrophysikalischen Erörterung die erste Darstellung des Betrachtungswandels, der sich seit Plancks Quantentheorie und den Resultaten der neuen Atomphysik für die gesamte Interpretation von Natur und Geschichte ergeben hatte und eine Revolution des Denkens bedeutete, wie sie die Menschheit noch nicht erlebt, hat.