Seit Monaten spielt sich zwischen London und Washington einerseits, Warschau auf der anderen Seite ein zähes diplomatisches Ringen ab. Sein Gegenstand sind die Wahlen zum Nationalrat, der Nationalversammlung Polens – und diese zum 19. Januar nunmehr endgültig anzusetzen, ist wenigstens eine Zusage, zu der sich die Warschauer Regierung unter auswärtigem Druck schließlich bereit zu finden genötigt sah. Nun aber geht es um die Form, in der sich diese Wahlen vollziehen sollen. Genauer gesagt darum, ob für diese Wahlen die demokratischen Freiheiten westeuropäischer Prägung ihre volle Gültigkeit besitzen werden oder ob sie unter Entfaltung von Zwang, unter Druck irgendwelcher Art, stattfinden sollen. Da sich unter den heutigen Verhältnissen in Polen nur zwei große innenpolitische Gegner gegenüber-, stehen, nämlich der im wesentlichen unter kommunistischer Führung stehende Regierungsblock und die unter Führung Mikolajczyks stehende Polnische Bauernpartei (das "Polskie Stronnictwo Ludowe"), so handelt es sich praktisch nur darum, ob die Mikolajczyk-Partei ihren Wahlkampf unbehindert führen kann oder nicht.