Die Voraussagen, daß der vergangene Herbst nur geringe Schwierigkeiten in der Waggongestellung bringen würde, haben sich nicht bewahrheitet. Noch fühlbarer als die Waggons fehlen Lokomotiven. Die Verkehrskalamität im Ruhrgebiet wurde diesmal durch den niedrigen Rheinwasserstand ausgelöst, der die Beladung der Kähne kaum zur Hälfte zuläßt. Im Hochsommer schlugen die Ruhrorter Häfen täglich noch 45 000 t um, heute nur etwas über 20 000 t. Weiter fiel vor einiges Wochen der Dortmund-Ems-Kanal aus, der für die Kohlenausfuhr und die Getreideeinfuhr des Emdener Hafens besonders wichtig ist. Hinzu kam schließlich die Verkehrsmisere im Hamburger Raum, die die Essener Reichsbahndirektion veranlagte, Hamburg 30 Lokomotiven aus ihrem knappen Reservebestand zur Verfügung zu stellen. Der Mangel an Lokomotiven zwang zur Einschränkung des Personenzugverkehrs, obwohl dieser heute finanziell eine erhebliche Rolle spielt. In umgekehrter Relation zu früheren Verhältnissen macht er heute zwei Drittel der Gesamteinnahmen aus. Seit September gehen allerdings die Einnahmen aus dem Personenverkehr langsam aber – ständig zurück.