Von Karl N. Nicolaus

Es gibt Menschen, die sich verzweifelt bemühen, der daniederliegenden Geselligkeit wieder auf die Beine zu helfen. Das Bemühen ist lobenswert, das Unterfangen ist schwierig. Denn die Geselligkeit ist vielfach so gut wie obdachlos. Und es haben wohl selten so viele Menschen auf fremden Bett- oder Couchkanten sich Striemen gesessen wie in diesen Tagen.

Die Geselligkeit braucht Raum. Auf drei Quadratmetern läßt sich nicht viel machen, zumal wenn auf ihnen noch ein Bett placiert ist. So ein Zimmerchen ist eine schmale Bühne, und bei „Einladungen“ bleibt wenig Raum für den einzelnen, sich zu produzieren. Sogenannte „Sitzschönheiten“ haben jetzt ihre große Zeit, das wissen weibliche Wesen, die ihre Reize sitzenderweise besonders zur Geltung zu bringen vermögen. Was die Sitzgelegenheiten betrifft, so kenne ich jemanden, der nimmt, wenn er „eingeladen“ ist, ein kleines Kissen in der Aktentasche mit.