Von Hermann Linden

Beim Gehen durch die Straßen dachte ich darüber nach, wo ich diesen Nachmittag verbringen könnte. Es war ein Sonnabendnachmittag. Ich sah sie vor mir, die gewohnten Bilder, die überfüllten Cafés und Kinos, die alten Bekannten mit den immer gleichen Nöten und Gesprächen, und tief fühlte ich den Wunsch, in eine herrliche Träumerei zu geraten. Da fiel sie mir ein, diese vielleicht seltsame Idee...

Zwanzig Minuten darauf öffnete ich eine große Glastür und trat ein. Es war, als träte man aus der Finsternis einer fensterlosen Zelle in ein feenhaftes Licht. Es war: als käme einer, dessen Füße wund sind vom Wandern durch die Sandwüste, plötzlich in das paradiesische Grün einer blühenden Oase. So zauberhaft war der Kontrast. Aus der eisigen Winterkälte der Straßen gekommen, stand ich nun im Treibhaus. Die Wärme umfing mich wie eine liebe Mutter ihren zurückgekommenen, Sohn. Langsam und freudig ging ich tiefer in die Halle hinein. Riesige funkelnde Goldfische schwammen in einem Bassin, in jähem Zickzack, und doch graziös.