Große Staatsverbände entstehen heute in allen Erdteilen. Sie unterscheiden sich von den historischen Gebilden ähnlichen Ausmaßes entscheidend, dadurch, daß sie nicht auf die persönliche Initiative einzelner genialer und machthungriger Persönlichkeiten zurückgehen, die ihre Völker zu Eroberungskriegen mitzureißen verstanden, Sie bauen vielmehr auf gemeinsamen Interessen auf, die teils durch gleichartige ethnologische Herkunft und geographische Gegebenheiten natürlich bedingt sind, oder durch historische Vorgänge im Laufe von Jahrhunderten künstlich herbeigeführt wurden, wie es vor allem bei den überseeischen Kolonialreichen der Fall ist. In diese beiden Kategorien lassen sich fast alle staatlichen Zusammenschlüsse der Jetztzeit einbauen. Beide Typen haben bezüglich ihres Zustandekommens oder ihres Bestehenbleibens ihre eigenen Sorgen und Probleme.. Es wäre aber denkbar, daß im Gegensatz zu den großen Staatsverbänden der Geschichte, die nach Überschreiten eines Kulminationspunktes regelmäßig wieder in ihre Bestandteile zerfallen sind, diesen modernen durch gemeinsame Interessen verbundenen Unionen stärkere zentripetale Kräfte innewohnen, so daß einige von ihnen vielleicht nicht nur eine Phase in den Sammlungs- und Wiederauflösungsvorgängen der Geschichte, sondern wirklich Endlösungen darstellen.