Werden wir jetzt ein "Zeitalter der Genossenschaften" erleben, im Gegensatz zur Blüte der Aktiengesellschaften und Gesellschaften m b. H, nach dem ersten Weltkrieg? Die Voraussetzungen scheinen gegeben, in wirtschaftlicher wie in politischer Beziehung, Die einschneidende Wandlung der deutschen Wirtschaftsstruktur ist ausgesprochen "genossenachaftsgünstig". Eine starke Schwergewichtsverlagerung zur Landwirtschaft und KoHSumgüterindustrie nicht nur, sondern gleichzeitig auch zu den Klein- und Mittelbetrieben, zu den Bauern und Handwerkern noch im besondere, bringt jene Wfttschaftsglieder in den Vordergrund, die von jeher Hauptträger der solidarischen Selbsthilfe waren. Auf kreditwirtschaftlichem Gebiet tendierten diese Mittelstandskreise ebenso zu den (gewerblichen) Volksbanken der Richtung SchultzfDeiitzsch oder den (landwirtschaftlichen) Raiffeisenkassen, wie die industriellen Konzerne und Großbetriebe in den Aktienbanken, in den Großbanken vor allem ihre wesensverwandten finanziellen Partner fanden. Der genossenschaftliche Zusammenschluß war ferner, dies auch für breite Verbraucherschichten (Konsumgenossenschaften), ein Mittel, in Erzeugung und Handel durch "Addition der Kräfte" eine natürliche betriebswirtscfiaftlicheUnterlegenheit auszugleichen. Genossenschaften können auch den "Kiemen" Vorteile der Kartellierung und Konzemierung oder des monopolistischen Großbetriebs verschaffen, ohne z Gebilden dieser heute verpönten Artung zu werden.