Die Bevölkemng der britischen Besatzungszone ist m der Fettzuteilung auf die Hälfte des bisherigen Satzes beschränkt worden, der uns als solcher schon unzureichend vorkam. Wie Staatsminister Hynd, der- Leiter des englischen Kontrollamtes für Deutschland und Österreich, bei seinem Aufenthalt in Hamburg feststellte, besteht zur Zeit nur wenig Hoffnung, daß die Fettrationen wieder erhöht werden, weil die iettkge auf dem Weltmarkt besonders schlecht ist.

Furchtbar lastet auf dem deutschen Volk die Tatsache, daß es in, seiner Lebensmittelversorgung nicht mehr "unabhängig ist, weil die wesentlichen landwirtschaftlichen Gebiete von Deutschland abgetrennt sind und nun zu einem großen Teile brachliegen, brach in einer Zeit, da die ganze Welt vom Hunger bedroht ist Nur das Ausland kann helfen, und auch da ist es nicht der deutsche Kaufmann, der hinausziehen kann, um das Unmögliche möglich zu machen, wie er es in früheren Zeiten immer und immer wieder getan hat. Von Staats wegen müssen wir zugeteilt bekommen, was wir brauchen, um, wenn auch unter den schwierigsten Umständen, nur leben zu können, und diese Zuteilung wird von einem fremden Steuerzahler getragen, der keine —Verpflichtung "anzuerkennen braucht. In früheren Zeiten hat die Welt aus ihrem Überflusse abgegeben. Es gab Zeiten, da sich die Scheuern boge>, vom goldenen Reichtum der Felder, da Weizen und Mais verbrannt werden mußten, weil die Menschen nicht wußten, wohin mit den Gaben der Natur. Wie ist es nun gekommen, daß ein volles Jahr nach Beendigung der Kampfhandlungen eine derartige Knappheit in allen Ländern herrscht? Liegt es nur an der geschrumpften Erzeugung und hat die Verteilung keinen Einfluß auf die ungunstige Entwicklung? Einige Zahlen sind notwendig.