Es geht heute eine große Welle der Demokrati, sienmg, von Westen kämmend, durch die Länder Europas. Das Sdiicksa! dieses Kontinents wird davoa abhängen, ob die geistige Kraft dieser Bewegung ausreicht, um seine von schrankenlosen Diktaturen zerstörten Staaten politisch wieder aufzubauen. Auch die Türkei, die sich vor 20 Jahren nach dem Muster der europäischen Länder z modernisieren begann, ist eben dabei, sich umzustellen. Am 2l, Juli haben die ersten Wahlen auf der Basis eines allgemeinen, geheimen and direktes Wahlsystems stattgefunden. Zum erstenmal hat die türnicht nur für die. Liste, der RepubiiksSBiscfaen Yolkspartei, die bisher, als alieinige Partei die Geschicke des Landes in der Hand hatte, z entscheiden, sondern- zwischen mehreren Parteien w, wählen. Eine Art konstitutioneller Verfassung mit einem Zweikammersystem und betonter Verantwortlichkeit der Minister war erstmalig im Jahre 1876 verkündet worden. Sie fiel jedoch noch im gleichen Jahr den reaktionären, selbstherrlichen Bestrebungen des neuen Sultans Abdul Hamid ZUM Opfer. Die Opposition gegen seine Tyrannenherrschaft führte daram zur Gründung der "Jungtürkischea Partei", deren geistige Führer zumeist iai Ausland, in der Schweiz und in Paris- studiert hatten, in ihre Heimat zttrüdcgekehft für liberale Ideen and eine konstitutionelle "Verfassung eintraten. Sie gewann im Verein mit dem aus ihr hervorgegangenen "Kommittee für Einheit und Freiheit™ um die Jahrhundertwende sehr an Einfluß. Vornehmlich in den Kreisen des Offizierkorps, so daß es 1908 mit Hufe einer Militirrevolution in Mazedonien gelang, die Wiedereinführung der Verfassung voa 18 76! zu erzwingen lad ein Jahr später unter Führung von feves Pascha sogar Abdul Hamid abzusetzen.