Die SPD fordert durch Dr. Schumacher eine radikale Bodenreform, wobei freilich die in der Sowjetzone durchgeführte Parzellierung abgelehnt wird. Einzelne Güter sollen auf genossenschaftlicher Basis bestehen bleiben, vor allem Saatgutwirtschaften und hochintensive Musterbetriebe. Im übrigen soll die Grenze für die Besitzabgabe so gezogen sein, daß der Bauer behält, was er mit seiner Familie (unter vorübergehender Heranziehung fremder Arbeitskräfte) bewirtschaften kann. Diese sehr dehnbare Formulierung, die jede Auslegungswillkür zuläßt, stellt wohl noch nicht das letzte Wort dar. Denn es erscheint nicht zweckmäßig, den intensiven bäuerlichen Betrieb, der viele fremde Arbeitskräfte beschäftigt, mit Landabgaben zu bestrafen, und den extensiven Betrieb davon frei zu lassen. Soll der Bauer, dessen Kinder noch nicht arbeitsfähig sind, schlechter gestellt werden als ein anderer, der genügend "familieneigene" Hilfskräfte nachweist?