Von Fritz Schumacher

Es ist noch gar nicht lange her, daß die Gestalt des Arbeiters für die monumentale Kunst erobert wurde. Die Plastik tat den entscheidenden Schritt und der Künstler, der ihn ausführte, war der Belgier Constantin Meunier.

Man muß sich vergegenwärtigen, was es bedeutete, daß inmitten der Jahre der Jahrhundertwende, als die gefühlvollen Gestalten der "Präraffaeliten" in England ihr unwirkliches Leben in poesievollen Werken führten, und man in Deutschland glaubte, aus den dekorativen Elementen des "Jugendstils" eine neue Kunst züchten zu können, einen Künstler gab, der sein Lebensziel darauf einstellte, ein Denkmal der Arbeit zu schaffen. Ein Denkmal, das auf jede Idealfigur verzichtete und seine Absicht zu erreichen suchte mit Gestalten, die dem unmittelbaren Leben des harten Tages entnommen waren. Das wirkte auf die künstlerische Jugend, die ihren Weg im Zusammenhang mit den sozialen Erscheinungen ihrer eigenen Zeit suchte, befreiend.