Berlin, im Juli

Wenn wieder einmal die Welt zusammenbricht und gewohnte Ordnungen zerfallen, beginnt Im Inneren die Völkerwanderung der Vorstellungen. Die alten Zentren haben ihre attraktiven Kräfte verloren, bisher unbemerkte Brennpunkte werden sichtbar. und wie bei den berühmten Chladnischen Klangfiguren schießen die Feilspänchen der Erfahrung und andere Erkenntnisrudimente um diese neuen Magnetpole zusammen zu bisher ungeahnten, ungekannten Ordnungen des Bildes. Eine frühere Welt wird Chaos, eine neue baut sich auf, in der nun das Bisherige, soweit es fortlebt, neue Plätze und Nachbarschaften bekommt. Es ist nicht immer leicht, die geheimen Grundlinien des sich so verwirklichenden Systems richtig abzulesen, aber solche Erkenntnissuche ist wohl vom Schicksal dazu benimmt, über allerhand Unannehmlichkeiten des äußeren Daseins hinwegzuhelfen – von dem Leben in nicht ganz wasserdichten Ruinen bis zum Schlangestehen, vom Abzählen der täglichen Brotschnitten bis zur Jagd nach Büchern, die man gerade unbedingt braucht.