Unter dem Einfluß des Kriegsausgangs tauchen in den Unternehmungsbilanzen der Jahre 1944 und 1945 Fragen auf, die einer endgültigen Klärung heute noch nicht zugänglich sind. Erst wenn eine "Bilanz des öffentlichen Vermögens und der Vorstellung Schulden" vorliegt, wird man sich eine Vorstellung von der Möglichkeit der Regelung der Staatsschulden – das sind alle die Forderungen an das Reich, die Länder, Gemeindeverbände, Gemeinden. Körperschaften des öffentlichen Rechts – machen können. Auf diese Forderungen sind seit Einstellung der Kampfhandlungen keine Zahlungen mehr an die Gläubiger geleistet. Nach herkömmlichem Brauch des ehrbaren, vorsichtigen Kaufmanns sind Forderungen, mit deren Eingang in absehbarer Zeit nicht gerechnet werden kann, zweifelhaft. Der Kaufmann bemißt sie nach seinem persönlichen Wertstandpunkt und schreibt entsprechend ab. So will es auch das Handelsrecht, das im § 40 HGB. zwingend vorschreibt, daß zweifelhafte Forderungen nach ihrem wahrscheinlichen Wert anzusetzen, uneinbringliche Forderungen aber abzuschreiben sind.