Von Heino Landrock Vf orgens, wenn die Wiesen betaut sind, verlasse ich das Haus, gehe leisen Schrittes in die Gärten und horche auf das Wachsen des Obstes. Wie es klingt, wenn das Apfelfleisch wächst und das Blut der Bäume in die Pfirsiche quillt? Mein Mund vermag es nicht zu sagen, nur mein Ohr hört es.

Ein Kalb ruft sehnsüchtig, Stare vagabundieren vorüber. Noch ist die Luft kühl, Tautropfen klirren, und die metallisch glänzenden Fliegen sitzen fest auf den Blättern. In diesen Wochen ist es nirgends so still wie auf den Obstwiesen. Der Mensch muß den Bäumen Frieden lassen, wenn er ernten will.