Die Figur des Kuponschneiders, die vor dem ersten Weltkriege zum ständigen Inventar der Witzblätter zählte, gehört schon längst der Vergangenheit an. Die Inflation hatte ihr den Garaus gemacht. Wenn auch – besonders im deutschen Westen – hochvermögende Leute bis zuletzt ihre Aktienpakete in (euer- und diebessicheren Haus-Tresoren aufbewahrten, so wanderte doch ein ununterbrochener Strom von Wertpapieren aus der privaten Hortung zu den Geldanstalten und zu den Kassenvereinen, bis sich schließlich die Reichsbank des Monopols der Girosammelverwahrung bemächtigte. Dort wurde die Abtrennung der Kupons, der Dividenden- oder Zinsscheine, zentral durchgeführt. Strahlenförmig rücklaufend ergossen sich von ihr die Gutschriften zu den einzelnen Geldanstalten und von hier zu den Aktionären und Deponenten. Dies Reichsbank hatte besonders im Kriege große Mühe, den hieraus entstehenden Arbeitsanfall zu bewältigen. Sie suchte sich ihre Aufgabe dadurch zu erleichtern, daß sie von den Aktiengesellschaften den Umtausch der Kleinaktien in auf große Betrage lautende Globalurkunden forderte, wobei sie freilich auf wenig Gegenliebe stieß. Immerhin, es waren. jeweils körperliche Kupons vorhanden und greifbar, die als Grundlage der Dividendenzahlung dienten.