Am 30. Juni 1934 liefen in Berlin wilde Gerüchte um. In Bayern sollte es zu einem Aufstand gegen Hitler gekommen sein, die SA hätte sich erhoben, der Stahlhelm sei entwaffnet worden. In diese dumpfe Atmosphäre der Furcht, des gegenseitigen Mißtrauens, der Unsicherheit und nervösen Spannung hinein knallten die Schüsse auf dem Kasernenhof der früheren Kadettenanstalt in Lichterfelde. Die Männer, die bis dahin als vorbildliche Leuchten des Nationalsozialismus gefeiert worden waren, denen eine feile Presse die höchsten Lobsprüche als Helden der Nation und charakterfeste Kämpfer für die deutsche Freiheit gespendet hatte, wurden an die Wand gestellt und erschossen wie tolle Hunde, ohne Urteil, ohne Verhandlung, ohne auch nur die Möglichkeit der Verteidigung zu erhalten. Damit allein erschöpfte der Schrecken sich jedoch noch nicht.