In Paris verhandelt eine Abordnung der indochinesischen Unabhängigkeitsbewegung Vieth Namh mit der französischen Regierung über die Neugestaltung Indochinas. Mehr steht dabei zur Erörterung als ein Vertrag des Mutterlandes mit einer Kolonie, mehr als die Beseitigung einer jahrelangen Trennung während des Krieges durch die japanische Besetzung. Frankreich sucht einen neuen Weg für sein Kolonialreich. Es hat sich bereit erklärt, Indochina die Unabhängigkeit zu geben. Aber mit diesem Wort allein sind die Probleme nicht umrissen. Frankreich will sein Kolonialreich nicht länger auf äußere Machtmittel aufteilen, sondern aus einer inneren Idee heraus neugestalten, wobei es insbesondere auf die starke Anziehungskraft vertraut, die von dem Ansehen und Gehalt der französischen Zivilisationsidee, von dem Scharm, dem Savoir vivre und der Einstellung des französischen Kolonalbeamten ausgehen soll. Syrien gilt den Franzosen als das Beispiel der äußeren Machtanwendung, die versagte Indochina soll das Gegenbeispiel werden.