Die in der letzten Ausgabe der "Zeit" begonnene Untersuchung über Bevölkerungsprobleme und landwirtschaftliche Produktion ist inzwischen durch die Diskussion der Bodenreform -us der Sphäre theoretischer Erörterungen herauselöst und in den Bereich praktischer Erwägungen hineingetragen worden.

Wenn man die Fülle der Pläne, Vorschläge und Argumente ansieht, die in Gestalt von politischen orderungen, wirtschaftlichen Zielsetzungen und sozialen Wünschen die Debatte beherrschen, so ist es schwer, ein klares Bild von den tatsächlich gegebenen Möglichkeiten und den wirtschaftlichen Consequenzen der vorgeschlagenen Maßnahmen zu gewinnen. Zwischen Unendlich-Klein und Unendlich-Groß werden alle denkbaren Betriebsformen konstruiert, lurchgerechnet und dann als Allheilmittel empfohlen. Da ist der "Jebens-Plan", der 5 Millionen Kleinstbetriebe von je sechs Morgen Größe vorsieht und auf diese Weise die optimale Erzeugung zu sichern verspricht. Da ist anderseits ein "Plan Möllenhoff", der Fünftel des in der britischen Zone zur Verfügung stehenden Landes, nämlich etwa 10 Mill. Morgen, in 500 Großbetriebe zu je 20 000 Morgen zusammenfassen will, und versichert, daß die Produktion dieser 500 Betriebe ausreicht, um 20 Mill. Menschen, also praktisch nahezu die gesamte städtische Bevölkerung der britischen Zone, zu versorgen; die anderen drei Fünftel, gleich 15 Mill. Morgen, stunden dann für Siedlungsexperimente aller Art zur Verfügung. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es zahllose Projekte, die mehr oder weniger einleuchtend oder abwegig erscheinen.