Die Wahlen zu den Länderparlamenten in der amerikanischen Besatzungszone, in denen also Bayern Württemberg-Baden und Großhessen die Abgeordneten zu ihren verfassunggebenden Versammlungen wählten, haben die Splitterparteien ebenso wie den politischen Radikalismus in diesen Ländern zur völligen Bedeutungslosigkeit verurteilt und eine Entwicklung bestätigt, die sich immer stärker als Weg zum Zwei-Parteien-System herauslristallisiert. Die Christlich-Demokratische Union (in Bayern Christlich-Soziale Union) und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands stellen die beiden großen Lager dar, unter deren Gewicht die Stimmenzahl der übrigen Parteien zu einem kümmerlichen Restgebilde geschrumpft ist. Am auffallenden ist diese Erscheinung in Bayern, wo die Christlich-Soziale Union sogar mit 109 Sitzen die absolut; Mehrheit gegenüber 51 Sitzen der SPD, acht der KPD, acht der WAV (Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung) und sogar nur vier Sitzen der Freien Demokratischen Partei errungen hat. Auch in Großhessen, wo die SPD die führende Stellung behauptet hat, zeigen ihre 43 Sitze und die 34 der CDU den gleichen überwältigenden Abstand zu den andern Parteien. Die KPD hat dort sieben Sitze, die LDP (Liberal-Demokratische Partei) sechs und die Arbeiterpartei keinen Sitz erhalten. In Württemberg-Baden führt die CDU mit 41 vor der SPD mit 32 Sitzen, wobei sich in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Ludwigshafen eine sozialdemokratische Mehrheit ergeben hat, und in Stuttgart auch die Demokratische Volkspartei die CDU überflügelt hat. Auf das Gebiet der gesamten amerikanischen Zone berechnet fühlt die CDU mit 2 609 899 vor der SPD mit 1 815 367 Stimmen. An dritter Stelle steht die KPD mit 405 469 Stimmen. Die demokratischen Parteien FDP, LDP und DVP haben nicht mehr als zusammen 384 397 Stimmen auf sich vereinigen können.