Der Erfolg der Kommunisten, die mit 2 205 658 Stimmen 40,17 v. B. aller abgegebenen Stimmen in der Tschechoslowakei auf sich vereinigen konnten, zeigt ein wesentlich anderes Bild als die westeuropäischen Wahlen der jüngsten Zeit. Die Voraussetzungen sind bereits verschieden gewesen. Sämtliche an den tschechischen Wahlen beteiligten Parteien hatten sich auf den Generalnenner des Kosiee-Programms mit den Forderungen der Verstaatlichung der Schlüsselindustrien, der Aufteilung des Großgrundbesitzes und der Ausweisung der deutschen und ungarischen Minderheiten verpflichtet und von ihnen sind drei Parteien ausgesprochen sozialistisch. Nicht so sehr innenpolitische, kommunistisch-marxistische Impulse im Sozialrevolutionären Sinne haben sich im Wahlergebnis in Böhmen und Mähren niedergeschlagen, als vielmehr jene außenpolitischen Einflüsse und Abhängigkeiten, die auf die restlose zurückgehen. des Benesch-Kurses an die Sowjetunion zurückgehen. Je schärfer sich die slawischen, ja panslawischen Gedankengänge in der politischen Öffentlichkeit der Tscheche! durchzusetzen begannen, und je stärker vor allem die gegen das deutsche Element gerichteten Strömungen die allgemeine Stimmung bestimmten, desto ausgesprochener wurde auch die Neigung, sich nach russischen Vorbildern zu orientieren. Daß die sehr viel ausgesprochenere Eigenständigkeit der Demokratischen Partei in der Slowakei es vermocht hat, 61,43 v. H. gegenüber 30,48 v. H. der kommunistischen Stimmen auf sich zu vereinigen, spricht dafür, daß es gerade der geringe innere Abstand der tschechischen Sozialdemokraten zu den Kommunisten war, der ihnen eine so dürftige Anziehungskraft verliehen hat.