Zur deutschen Uraufführung im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg

Es war im Januar 1922", so beginnt der im gleichen Jahr erschienene Roman "Siegfrid et le Limousin" von Jean Giraudoux, "schon hatten die Zivilisten alles feldgraue Tuch aufgetragen, das ihnen die Kriegsintendantur gelassen. hatte, und die Militärs ebenso die letzten rot und schwarzen Uniformen, die ihnen aus der Zeit vor 1914 geblieben waren. Die ihnen gemäßen Farben waren damit für ihr weiteres Leben endgültig festgelegt. Die Diplomaten allerdings erschöpften sich immer noch in der Arbeit, einen Schlußstein für den Bau Europas zu finden, bald trafen sie sich unter sonnigem, bald unter wolkigem Himmel, in Cannes, dann in Boulogne, in Genua, schließlich im Haag. Ich las täglich die deutschen Zeitungen, in der Hoffnung, endlich ein Wort, ein einziges freundliches oder gerechtes Wort, zu finden, das an einen Franzosen gerichtet war, und sei es an einen internationalen Franzosen, wie Jeanne d’Arc und Cachin, oder auch nur an einen Teil Frankreichs, und sei es an einen, der gemeinsamer Besitz ist zwischen Frankreich- und andern Nationen, wie das baskische oder katalanische Land, doch alles Suchen war vergebens." Vor zwei Jahren ist Giraudoux gestorben. Wenn er doch noch lebte, wie gern würden wir uns heute an ihn wenden, ihm danken für die helle Botschaft des französischen Geistes, die durch ihn zu uns gedrungen ist, die wir auch dann lieben – wir wollen es nach Frankreich hinüberrufen –, wenn wir zu der Politik seines Landes im Gegensatz stehen müssen.