Von Hanns-Erich Haack

Was in der deutschen Außenpolitik von jeher als die Sünde wider den Geist der Wilhelmstraße von allen "Zünftigen" angesehen und bekämpft wurde, das hat Frankreich zu manchem Erfolge geführt: der Außenseiter. Es sei hier nur an François-Poncet erinnert, der als Botschafter in den Quai d’Orsay übernommen und einer der scharfsinnigsten Gegenspieler jener Kräfte in Deutschland wurde, die die Welt in Aufruhr und sich selbst ins Verderben stürzten. Ein zweites war in der Wilhelmstraße genau so verpönt, es im Außenministerium an der Seine anerkannt wurde: literarische, ja dichterische Neigungen und Erfolge. In Deutschland haben nach dem ersten Weltkriege Dichter wie Rainer Maria Rilke, Hermann Hesse, Johannes R. Becher und viele andere zwar auch die Situation klar übersehen und die richtigen Folgerungen gezogen – aber sie wurden in ihrem Lande am wenigsten in der Wilhelmstraße ernst genommen.