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Ausgabe Nr. 15/1946

DIE ZEIT

Abseits

Seit einiger Zeit wird in Deutschland wieder gewählt, es gibt Parteien, es gibt Ansätze zu einem parlamentarischen Leben, wir sind dabei, einen demokratischen Staat aufzubauen, in dem wir gleichberechtigt nebeneinander stehen und die Freiheit bewahren können, die wir als Geschenk der Welt zurückerhalten haben.

Appell an die UNO

Als die Außenminister sich auf der Pariser Konferenz nicht hatten einigen können, als der Weg zum wahren Frieden durch die Unmöglichkeit versperrt schien, eine gemeinsame Grundlage für die angestrebte Friedenskonferenz zu gewinnen, da hat der nordamerikanische Staatssekretär Byrnes einen neuen Weg gewiesen.

Städte wählten

Nach den Landgemeinden und den Kreisen haben am vergangenen Sonntag die Städte mit mehr als – 20 000 Einwohnern in der amerikanischen Besatzungszone.

Land im Ungewissen

Das Eisen, über dem die erhitzte Luft des Maitages flimmert, ist der Schrott von Trümmern. Ineinander verkeilt, rostig und verbogen, dicht wie ein metallener Dschungel, dehnen sich, so weit das Auge reicht, die Reste gewaltiger Montagehallen, zerschmetterter Eisenträger, zerstörter Maschinen, eingestürzte! Hallendächer.

Tschechische Wahlen

Der Erfolg der Kommunisten, die mit 2 205 658 Stimmen 40,17 v. B. aller abgegebenen Stimmen in der Tschechoslowakei auf sich vereinigen konnten, zeigt ein wesentlich anderes Bild als die westeuropäischen Wahlen der jüngsten Zeit.

WOCHENÜBERSICHT

Nachdem der amerikanische Außenminister Byrnes sich in einer Rundfunkansprache mit der Pariser Außenministerkonferenz befaßt und vorgeschlagen hatte, die Generalversammlung der UNO um die Vorbereitung von Friedensvorschlägen zu bitten, falls es nicht zur Einberufung einer Friedenskonferenz in diesem Sommer käme, nahm auch der sowjetische Außenminister Molotow auf einer Pressekonferenz in Moskau zu den Pariser Besprechungen sowie zur Rede Byrnes Stellung.

Erich Ziegel

Wir verraten kein Geheimnis, wenn wir die einfache Tatsache feststellen, daß die Hamburger Staatlichen Schauspielbühnen ohne endgültige Leitung sind.

Sodom und Gomorra

Es war im Januar 1922", so beginnt der im gleichen Jahr erschienene Roman "Siegfrid et le Limousin" von Jean Giraudoux, "schon hatten die Zivilisten alles feldgraue Tuch aufgetragen, das ihnen die Kriegsintendantur gelassen.

Die Spieler

Da haben sich in München eine Reihe junger Schauspieler, Maler, Tänzer, Musiker zusammengefunden, die sich schlechtweg "Die Spieler" nennen und Stücke, womöglich junger Dichter, zur Diskussion stellen wollen.

Interregnum der Kunst

Zum Abschluß der "Woche der Dichtung", die in Hamburg stattfand, entwickelte Herbert Scheffler Gedanken über die aufrichtende Bedeutung der Kunst, die wir im Wortlaut seines Vortrages in der "Zeit" veröffentlichen.

Beobachtungen und Erkenntnisse

Ludwig Börne, der leidenschaftliche, unbestechlich scharfsinnige, ewig rastlose und aufrührerische Mann, Kämpfer für Demokratie, Pressefreiheit und ehrliche Verständigung mit Frankreich, hat uns in seinen Schriften Erkenntnisse hinterlassen, die manches Schlaglicht noch auf diese unsere Gegenwart werfen.

Also doch . . .

Daß es zu einer Sanierung der deutschen Währungsverhältnisse, verbunden mit einer Art Vermögensabgabe (speziell Wegsteuerung des seit 1939 eingetretenen "Zuwachses") kommen müsse: darüber waren sich spätestens seit Kriegsende alle Einsichtigen im klaren.

Ernährungskrise, realistisch betrachtet

Aus der Fülle der Nachrichten, die in den letzten Wochen über Besprechungen, Berichte und Beschlüsse zur Welternährungskrise an uns gelangt sind; läßt sich erkennen, daß man mehr und mehr zu einer realistischen Betrachtungsweise kommt, während zunächst, monatelang, sehr viel über Planung und Lenkung "in weltweitem Rahmen" gesprochen, die Mangellage währenddessen immer verderblicher geworden war.

Gelenkte Wirtschaft als Bedarfswirtschaft

Sehr große Teile der Kreise, die als Hersteller oder Vierteiler der Bedarfsartikel und Lebensbedürfnisse die eine Hälfte der Wirtschaft darstellen, sind sich darüber einig, daß in einem so außerordentlich verarmten Land-, wie es unsere deutsche Heimat nun einmal geworden ist, nur eine Bedarfswirtschaft zu führen ist; das heißt also, daß nur hergestellt wird, was vom andern Teil der Wirtschaft, dem Verbraucher, unbedingt benötigt wird.

Die Börsen-Entwicklung

Wochenlang waren die Aktienmärkte von der Flaute der Schwerindustriegruppe (Stichwort: Ruhrdiskussion) überschattet worden, bis am vorletzten Wochenende eine kräftige Erholung den lange erwarteten Umschwung zu bringen schien.

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