Da haben sich in München eine Reihe junger Schauspieler, Maler, Tänzer, Musiker zusammengefunden, die sich schlechtweg "Die Spieler" nennen und Stücke, womöglich junger Dichter, zur Diskussion stellen wollen. "Die Spieler" selbst verschweigen ihre Namen und bewähren auch damit, daß es ihnen nicht auf den Beifall, sondern auf die Gemeinschaftsleistung, auf den Versuch, das Experiment, auf den Dichter und das farblich, tänzerisch, spielerisch entfesselte Theater ankommt.

Wie sie es meinen, haben sie unlängst zum erstenmal gezeigt an einem Stück, das "Goyescas" heißt und von Wolfgang Martin Schede ursprünglich als Puppenspiel geschrieben war. Von Goya (nämlich aus den Caprichos) stammte die Statur, der Todesnähe unheimliches Fühlen, von Goethe dagegen die Literatur – insoweit nämlich, als Schede die Hexenküche und den Knittelvers im "Faust" noch einmal sich zur Anregung hat dienen lassen. Mit so erlauchter doppelter Vorfahrenschaft befrachtet, konnte es der Uraufführung an Problematik nicht fehlen. Allein, siehe da, es wurde eine spannende, höchst eindrucksvolle Darbietung! Und die jungen Darsteller, statt, wie anderwärts so oft, das Unbeholfene durch Hilflosigkeit vollends ans Messer zu liefern, brachten jede Bild-, Masken-, Szenenwirkung mit treffsicherer Unheimlichkeit heraus und blieben auch der dichterischen nicht allzuviel schuldig.